Cholesterin: Zielwerte, Behandlung und Kontrollen

Erhöhtes Cholesterin verursacht oft jahrelang keine Beschwerden und fällt meist zufällig bei der Vorsorgeuntersuchung auf. Wie niedrig das LDL-Cholesterin sein sollte, hängt vom persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko ab: Der Österreichische Lipidkonsensus 2026 nennt Zielwerte zwischen unter 116 und unter 40 mg/dL. Diese Seite erklärt Zielwerte, Medikamente und nötige Kontrollen und zeigt, wann eine ärztliche Beurteilung für ein Folgerezept online sinnvoll ist.

Welcher LDL-Zielwert für Sie gilt

Für die Behandlung zählt nicht ein einzelner Normwert, sondern das persönliche Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Ohne bekannte Gefäßerkrankung wird es mit dem Rechenmodell SCORE2 geschätzt, ab 70 Jahren mit SCORE2-OP. In die Berechnung fließen Alter, Geschlecht, Blutdruck, Rauchen und Non-HDL-Cholesterin ein. Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine familiäre Hypercholesterinämie gehen laut Lipidkonsensus zusätzlich in die Einteilung ein.

Wer bereits einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Stent- oder Bypassbehandlung oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit hat, zählt zur Gruppe mit sehr hohem Risiko. Dasselbe gilt laut Lipidkonsensus, wenn die Bildgebung Plaques mit mehr als 50 % Einengung oder einen Koronarkalk-Score über 300 zeigt. Von extremem Risiko spricht man bei wiederholten Gefäßereignissen trotz maximal verträglicher Therapie oder bei Atherosklerose in mehreren Gefäßregionen. Ab hohem Risiko soll das LDL zusätzlich um mindestens die Hälfte des Ausgangswerts sinken. Ein LDL über 190 mg/dL sollte außerdem auf eine erbliche Ursache abgeklärt werden.

Die Zielwerte in der Tabelle stammen aus dem Österreichischen Lipidkonsensus 2026; sie entsprechen den europäischen Leitlinien (ESC/EAS 2019 mit Update 2025). Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at nennt für Erwachsene mit geringem Herz-Kreislauf-Risiko einen Referenzwert unter 116 mg/dL.

RisikokategorieLDL-ZielwertZusätzliches Ziel
Niedriges Risikounter 116 mg/dL-
Moderates Risikounter 100 mg/dL-
Hohes Risikounter 70 mg/dLSenkung um mindestens 50 %
Sehr hohes Risikounter 55 mg/dLSenkung um mindestens 50 %
Extremes Risikounter 40 mg/dLSenkung um mindestens 50 %

Wie die Blutfette gemessen werden

Zum Standardlipidprofil gehören Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride und einmalig das Lipoprotein(a). Das LDL wird meist aus den übrigen Werten berechnet; bei Triglyceriden über 400 mg/dL ist diese Rechnung nicht mehr verlässlich. Was erhöhte Triglyceride bedeuten, erklärt der Ratgeber Triglyceride.

Für die meisten Menschen ist laut Lipidkonsensus keine Nüchternblutabnahme nötig, denn eine Mahlzeit verändert vor allem die Triglyceride, im Schnitt um etwa 26 mg/dL. Liegen die Triglyceride über 400 mg/dL, wird beim nächsten Mal nüchtern gemessen. Manche Labors verlangen grundsätzlich Nüchternblut; halten Sie sich an die Vorgabe Ihres Labors.

Ein erstes Lipidprofil sollte spätestens mit 18 bis 20 Jahren erstellt werden. Liegt das LDL unter 116 mg/dL, reicht unter 40 Jahren eine Kontrolle alle zehn Jahre, danach alle fünf Jahre. Ändert sich das Risiko, etwa durch einen Diabetes, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder die Menopause, wird früher gemessen.

Was Ernährung und Bewegung bewirken

Über die Ernährung wirkt vor allem die Art der Fette. Gesättigte Fettsäuren aus fettem Fleisch, Schmalz, Milchfett sowie Kokos- und Palmfett erhöhen das LDL. Der Lipidkonsensus empfiehlt, sie auf unter 7 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen und durch pflanzliche Öle, Nüsse und Samen zu ersetzen; ballaststoffreiche, stärker pflanzliche Kost senkt das LDL zusätzlich.

Realistisch bleibt der Effekt oft bei wenigen Prozent, vor allem wenn die Ernährung bereits ausgewogen ist. Bei einem LDL über 150 mg/dL reichen Lebensstilmaßnahmen laut Konsensus üblicherweise nicht aus. Bewegung wird nicht als gezielte LDL-Therapie empfohlen, wirkt aber günstig auf andere Risikofaktoren. Wie viel einzelne Kostformen bringen und was von Nahrungsergänzungsmitteln zu halten ist, steht im Ratgeber Cholesterinsenker.

Welche Medikamente das LDL senken

Arzneimittel zur Cholesterinsenkung sind in Österreich rezeptpflichtig. Für den Nutzen zählt, wie stark das LDL sinkt: Laut Lipidkonsensus verringert jede Senkung um 39 mg/dL das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse um etwa 20 %.

  • Statine sind die erste Wahl. Der Lipidkonsensus empfiehlt vorrangig Atorvastatin und Rosuvastatin, die in der Höchstdosis das LDL im Schnitt um etwa 51 beziehungsweise 55 % senken. Hinweise zur Einnahme finden Sie bei Atorvastatin.
  • Ezetimib hemmt die Aufnahme von Cholesterin im Darm und senkt das LDL zusätzlich um etwa 20 %. Eine Verdopplung der Statindosis bringt dagegen nur rund 6 % mehr.
  • Bempedoinsäure ist eine Tablette für Menschen, die keine Statine vertragen, und kann auch ergänzend gegeben werden.
  • PCSK9-Antikörper und Inclisiran sind Injektionen für Menschen mit hohem Risiko, deren LDL mit Tabletten nicht ausreichend sinkt. Für solche Therapien empfiehlt der Lipidkonsensus in der Regel eine Überweisung an spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte oder an eine Lipidambulanz.

Kontrollen während der Behandlung

Nach Beginn oder Änderung einer Therapie wird das Lipidprofil nach vier bis sechs Wochen kontrolliert; ist der Zielwert erreicht, genügt eine jährliche Kontrolle. Laut Fachinformation von Atorvastatin werden die Leberwerte vor Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen bestimmt.

Die Creatinkinase (CK), ein Muskelenzym, wird vor Beginn gemessen, wenn Risikofaktoren vorliegen: etwa eine eingeschränkte Nierenfunktion, eine Schilddrüsenunterfunktion, erbliche Muskelerkrankungen in der eigenen Vorgeschichte oder in der Familie, frühere Muskelprobleme unter einem Statin oder Fibrat, eine Lebererkrankung oder erheblicher Alkoholkonsum. Während der Behandlung wird sie bestimmt, wenn Muskelbeschwerden auftreten; liegt sie dann über dem Fünffachen des oberen Normwerts, wird die Therapie beendet.

Muskelschmerzen werden unter Statinen oft berichtet, in placebokontrollierten Studien aber kaum häufiger als unter Placebo (27,1 gegenüber 26,6 %). Was dahintersteckt und welche Anpassungen möglich sind, erklärt der Beitrag Statine und Muskelschmerzen. Melden Sie Muskelschmerzen, Krämpfe oder Muskelschwäche umgehend, besonders wenn Sie sich zugleich krank fühlen oder Fieber haben.

Wann ein Folgerezept online passt

Am einfachsten ist die Verordnung eines Cholesterinsenkers, den Sie bereits einnehmen und gut vertragen. Hilfreich sind ein aktueller Laborbefund mit Lipidprofil und Leberwerten sowie Name und Stärke Ihres Präparats; fehlende Unterlagen fordert der Arzt über die Plattform nach. Ein neues Medikament ist möglich, wenn sich aus dem Fragebogen eine klare Indikation ergibt.

Anders liegt es, wenn erst geklärt werden muss, wie hoch Ihr Risiko ist, ob eine erbliche Fettstoffwechselstörung vorliegt oder warum sich die Werte stark verändert haben. In solchen Fällen verweist der Arzt in der Regel an eine Ordination. Das gilt ebenso für Injektionstherapien, für Beschwerden, die auf eine Muskel- oder Leberschädigung hindeuten, und für eine Schwangerschaft oder einen Kinderwunsch: Laut Fachinformation sind Atorvastatin und Rosuvastatin in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht.

Wer regelmäßig eine Ordination mit Kassenvertrag aufsucht, kann dort ein Kassenrezept bekommen. Ein Rezept über uns ist dagegen ein Privatrezept; das Arzneimittel bezahlen Sie in der Apotheke selbst.

So läuft die Anfrage ab

Den Fragebogen können Sie jederzeit ausfüllen, ganz ohne Termin. Es gibt keine Video- oder Telefonsprechstunde: Die ärztliche Beurteilung stützt sich auf Ihre schriftlichen Angaben und Unterlagen. Sie übernimmt lek. Damian Wojno (Approbation Nr. 3211301).

Bezahlt wird die ärztliche Beurteilung, nicht ein bestimmtes Dokument. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen bekommen Sie das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Kommt die Prüfung trotzdem nicht zum Abschluss, beenden wir die Anfrage und zahlen das Honorar in voller Höhe zurück.

  • Leistung Online-Rezept wählen und den medizinischen Fragebogen ausfüllen: Präparat und Stärke, bisherige Laborwerte, Vorerkrankungen und weitere Medikamente.
  • Das Honorar für die ärztliche Beurteilung online bezahlen.
  • Der Arzt prüft die Angaben und fordert bei Bedarf Befunde oder Laborwerte nach; er kann auch eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen.
  • Bei positiver Beurteilung erhalten Sie das Privatrezept als PDF per E-Mail.
  • Den Ausdruck legen Sie in einer Apotheke vor.

Das Rezept in der Apotheke einlösen

Das Privatrezept trägt keine qualifizierte elektronische Signatur. Die Abgabe liegt im Ermessen der Apotheke, die jedes Rezept selbst prüft.

Legen Sie den Ausdruck innerhalb eines Monats vor: Nach dem Rezeptpflichtgesetz muss ein Rezept innerhalb eines Monats ab Ausstellung erstmals eingelöst werden, sonst verfällt es. Wir versenden keine Arzneimittel, per E-Mail kommt ausschließlich das Rezept. Dass der Sozialversicherungsträger die Kosten übernimmt, kommt selten vor und hängt von seinen Regeln ab.

Ab welchem LDL-Wert braucht man Medikamente?

Eine feste Grenze für alle gibt es nicht. Entscheidend sind Ihr Risiko und der Abstand zum Zielwert: Laut Lipidkonsensus liegt das Ziel bei niedrigem Risiko unter 116 mg/dL, bei sehr hohem Risiko unter 55 mg/dL. Bei einem LDL über 150 mg/dL reichen Ernährung und Bewegung laut Lipidkonsensus meist nicht aus. Ob ein Medikament sinnvoll ist, klärt die ärztliche Beurteilung.

Muss man für den Cholesterintest nüchtern sein?

Für die meisten Menschen nicht, denn eine Mahlzeit verändert vor allem die Triglyceride. Sind die Triglyceride stark erhöht, wird nüchtern gemessen. Viele Labors haben eigene Vorgaben; fragen Sie dort nach, bevor Sie zur Blutabnahme gehen.

Darf ich das Statin absetzen, wenn meine Werte gut sind?

Gute Werte unter einem Statin sind in der Regel die Wirkung des Medikaments. In einer dänischen Registerstudie, die der Lipidkonsensus zitiert, war das Absetzen einer mindestens fünfjährigen Statintherapie bei Menschen ab 75 Jahren mit mehr schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen verbunden. Besprechen Sie jede Änderung mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.

Gibt es Cholesterinsenker ohne Rezept?

Arzneimittel mit Statinen, Ezetimib und den übrigen Cholesterinsenkern sind in Österreich rezeptpflichtig. Rezeptfrei sind nur Nahrungsergänzungsmittel; in der Vergleichsstudie SPORT senkte keines der geprüften Präparate das LDL nennenswert, 5 mg Rosuvastatin dagegen um 37,9 %.

Wie oft sollte das Cholesterin kontrolliert werden?

Vier bis sechs Wochen nach Beginn oder Änderung einer Therapie, danach jährlich, sobald der Zielwert erreicht ist. Bei unauffälligen Werten ohne Therapie reicht unter 40 Jahren eine Kontrolle alle zehn Jahre, danach alle fünf Jahre.

Bekomme ich online ein Folgerezept für mein Statin?

Das ist möglich, wenn Sie das Präparat bereits einnehmen und die Angaben im Fragebogen die Fortführung stützen. Der Arzt kann aktuelle Laborwerte nachfordern oder eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen. Sie erhalten ein Privatrezept als PDF; das Arzneimittel bezahlen Sie in der Apotheke selbst.