Metformin: Wirkung und Nebenwirkungen

Metformin ist ein Antidiabetikum aus der Gruppe der Biguanide und meist das erste Arzneimittel, das Menschen mit Typ-2-Diabetes erhalten, wenn eine medikamentöse Behandlung nötig ist. In Österreich ist es rezeptpflichtig und wird in der Apotheke nur gegen ärztliche Verordnung abgegeben. Dieser Text erklärt Wirkung, Nebenwirkungen, Einnahme, Wechselwirkungen und den Weg zu einem Rezept; er ersetzt weder das Gespräch in einer Ordination noch die Gebrauchsinformation Ihrer Packung.

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Wofür wird Metformin angewendet?

Metformin wird zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt, laut Fachinformation insbesondere bei Übergewicht, wenn Ernährung und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend senken. Bei Erwachsenen kann es allein oder in Kombination mit anderen Tabletten gegen Diabetes oder mit Insulin angewendet werden, bei Kindern ab 10 Jahren und Jugendlichen allein oder mit Insulin. Laut Gesundheitsportal erhalten Menschen mit Typ-2-Diabetes, die eine medikamentöse Behandlung brauchen, meistens zuerst Metformin.

Der Wirkstoff senkt den Blutzucker auf mehreren Wegen: Er vermindert die Zuckerproduktion in der Leber, erleichtert die Aufnahme und Verwertung von Zucker in den Geweben, zum Teil durch eine stärkere Insulinwirkung, und verringert die Aufnahme von Zucker aus der Nahrung. Anders als Sulfonylharnstoffe oder Insulin regt Metformin die Insulinausschüttung nicht an; allein angewendet führt es laut Fachinformation nicht zu Unterzuckerungen. In einer großen Langzeitstudie senkte es bei übergewichtigen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes das Risiko diabetesbedingter Komplikationen gegenüber einer alleinigen Diät.

Metformin ist kein Abnehmpräparat und kein Ersatz für Lebensstilmaßnahmen. Die Behandlung ist auf Dauer angelegt und wird anhand von Blutzuckerwerten, Langzeitwert und Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert und angepasst.

Nebenwirkungen von Metformin und wann sie nachlassen

Sehr häufig sind laut Fachinformation Beschwerden des Verdauungstrakts: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust. Häufig ist außerdem eine Geschmacksveränderung. Die Magen-Darm-Beschwerden treten meist zu Therapiebeginn oder nach einer Dosiserhöhung auf und klingen in den meisten Fällen von selbst wieder ab. Vorbeugend empfiehlt die Fachinformation, Metformin während oder nach den Mahlzeiten in zwei oder drei Einzeldosen pro Tag einzunehmen und die Dosis langsam zu steigern.

Bei längerer Anwendung kann der Vitamin-B12-Spiegel sinken; das ist häufig, und das Risiko steigt mit höherer Dosis, längerer Behandlungsdauer und weiteren Risikofaktoren für einen Mangel. Bei Hinweisen wie Blutarmut oder Nervenbeschwerden wird der Wert kontrolliert, bei Risikofaktoren gegebenenfalls regelmäßig. Sehr selten sind Hautreaktionen wie Rötung, Juckreiz oder Nesselausschlag sowie veränderte Leberwerte oder eine Leberentzündung, die sich nach dem Absetzen zurückbilden.

Die wichtigste, wenn auch sehr seltene Komplikation ist die Laktatazidose, eine Übersäuerung des Blutes. Warnzeichen sind Atemnot mit tiefer, beschleunigter Atmung, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, ausgeprägte Schwäche und Unterkühlung; unbehandelt kann sie bis zum Koma führen. In diesem Fall beenden Sie die Einnahme und suchen umgehend ärztliche Hilfe auf, außerhalb der Ordinationszeiten in der Ambulanz eines Spitals. Das Risiko steigt vor allem bei einer akuten Verschlechterung der Nierenfunktion oder einer schweren Herz- oder Lungenerkrankung, bei einer Blutvergiftung, bei Flüssigkeitsmangel und bei übermäßigem Alkoholkonsum. Eine vollständige Aufstellung mit Häufigkeitsangaben steht in der Gebrauchsinformation.

Metformin 500 mg, 850 mg und 1000 mg: Stärken und Dosierung

Im österreichischen Arzneispezialitätenregister waren Anfang Oktober 2026 Metformin-Präparate mehrerer Hersteller als Filmtabletten mit 500 mg, 850 mg und 1000 mg eingetragen, außerdem zahlreiche Kombinationspräparate mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen. Retardtabletten mit Metformin waren dort nicht eingetragen.

Laut Fachinformation beginnen Erwachsene meist mit 500 mg oder 850 mg zwei- oder dreimal täglich, während oder nach den Mahlzeiten. Nach 10 bis 15 Tagen wird die Dosis anhand der Blutzuckerwerte angepasst; eine allmähliche Steigerung verbessert die Verträglichkeit. Die maximal empfohlene Tagesdosis beträgt 3 g, aufgeteilt auf drei Einnahmen; bei hohen Dosen können zwei Tabletten zu 500 mg durch eine zu 1000 mg ersetzt werden. Für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche liegt die Höchstdosis bei 2 g pro Tag.

Entscheidend ist die Nierenfunktion. Sie wird vor Beginn und danach mindestens einmal jährlich bestimmt, bei älteren Menschen und bei erhöhtem Risiko häufiger, etwa alle drei bis sechs Monate. Die Höchstdosis richtet sich nach der glomerulären Filtrationsrate (GFR):

GFR (ml/min)Maximale TagesdosisHinweis laut Fachinformation
90 und mehr3000 mgaufgeteilt auf drei Einnahmen
60 bis 893000 mgDosisreduktion je nach Abnahme der Nierenfunktion erwägen
45 bis 592000 mgvorher Risikofaktoren für eine Laktatazidose prüfen; Anfangsdosis höchstens die Hälfte der Maximaldosis
30 bis 441000 mgvorher Risikofaktoren für eine Laktatazidose prüfen; Anfangsdosis höchstens die Hälfte der Maximaldosis
unter 30keineMetformin darf nicht angewendet werden

Einnahme im Alltag

Welche Dosis passt, ist eine ärztliche Entscheidung; sie richtet sich nach Blutzuckerwerten, Nierenfunktion und Verträglichkeit und steht auf dem Rezept. Nehmen Sie die Tabletten während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein und achten Sie im Alltag auf ausreichendes Trinken. Laut Fachinformation sollen Sie Ihre Ernährung mit einer gleichmäßigen Verteilung der Kohlenhydrate über den Tag beibehalten.

Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, sondern die nächste Dosis zur vorgesehenen Zeit. In besonderen Situationen wird Metformin vorübergehend abgesetzt: bei Flüssigkeitsmangel durch schweren Durchfall, Erbrechen, Fieber oder zu wenig Trinken, dann möglichst mit ärztlicher Rücksprache, sowie zum Zeitpunkt einer Operation in Vollnarkose, Spinal- oder Epiduralanästhesie und vor oder bei Untersuchungen mit jodhaltigem Kontrastmittel. Wieder begonnen wird frühestens 48 Stunden danach und erst, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert und stabil ist.

Metformin und Abnehmen

Metformin ist kein Abnehmmittel und nicht zur Gewichtsreduktion zugelassen. Laut Fachinformation war die Anwendung in klinischen Studien entweder mit einem stabilen Körpergewicht oder mit einem moderaten Gewichtsverlust verbunden; das ist eine Begleiterscheinung der Diabetesbehandlung, kein eigenes Anwendungsgebiet. Übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes sollen ihre kalorienreduzierte Ernährung während der Behandlung weiterführen.

Eine Verordnung nur zum Abnehmen läge außerhalb der Zulassung. Zur Gewichtsregulierung gibt es eigens zugelassene Arzneimittel mit eigenen Voraussetzungen; welche das sind, erklärt die Seite Abnehmspritze in Österreich. Ob eine Behandlung infrage kommt, beurteilt der Arzt anhand der Zulassung und Ihrer Werte.

Ist Metformin in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Metformin ist in Österreich in allen Stärken rezeptpflichtig und wird in der Apotheke nur gegen eine gültige ärztliche Verordnung abgegeben. Ein rezeptfreier Bezug ist nicht vorgesehen, auch nicht in niedriger Stärke. Anbieter, die Metformin ohne Verordnung in Aussicht stellen, bewegen sich außerhalb des legalen Vertriebswegs.

Der Grund für die Verschreibungspflicht ist medizinisch: Vor Beginn und im Verlauf müssen die Nierenfunktion und weitere Laborwerte beurteilt und die Dosis an diese Werte angepasst werden. Ohne solche Kontrollen lässt sich das Risiko einer Laktatazidose nicht sinnvoll steuern.

Zu beachten ist außerdem, dass der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich nach § 59 Abs. 8 Arzneimittelgesetz verboten ist, auch aus dem Ausland. Versendet werden dürfen nur rezeptfreie Arzneimittel durch Apotheken von der öffentlichen Liste des BASG. Metformin gehört nicht zu den Suchtgiften.

Rezept online anfragen

Wenn Sie bereits auf Metformin eingestellt sind und Nachschub benötigen, brauchen Sie eine neue ärztliche Verordnung. MEDINOW bietet dafür eine ärztliche Beurteilung auf Basis eines medizinischen Fragebogens an; am einfachsten ist dieser Weg bei einer laufenden Behandlung. Wenn Sie Metformin bisher nicht einnehmen, beschreiben Sie im Fragebogen Ihre Diagnose und Ihre aktuellen Werte; der Arzt entscheidet, ob ein Behandlungsbeginn ohne Untersuchung vor Ort vertretbar ist, und kann Befunde oder Laborwerte anfordern oder Ihnen eine Ordination empfehlen. Eine erstmalige Einstellung bei neu festgestelltem Diabetes gehört in die persönliche Betreuung vor Ort.

Eine Telekonsultation findet bei uns nicht statt: kein Video, kein Telefonat, kein Live-Chat. Sie beantworten schriftlich Fragen zu Diagnose, aktueller Dosis, Verträglichkeit, Begleiterkrankungen, weiteren Arzneimitteln und zu den letzten Kontrollwerten; aktuelle Befunde zur Nierenfunktion sind bei Metformin besonders wichtig. Werden Unterlagen angefordert, kommt die Beurteilung ohne sie nicht zustande. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht.

Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail; einen PIN-Code gibt es nicht, und wir versenden keine Arzneimittel. Legen Sie den Ausdruck innerhalb eines Monats in einer Apotheke vor, weil ein Rezept seine Gültigkeit verliert, wenn die erste Abgabe nicht spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgt. Die Abgabe liegt im Ermessen der Apotheke, die jedes Rezept selbst prüft.

Das Honorar wird Ihnen vor der Bezahlung angezeigt; es deckt die ärztliche Beurteilung ab, nicht die Ausstellung eines Dokuments, und enthält kein Arzneimittel. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen bekommen Sie das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Kommt die Prüfung trotzdem nicht zum Abschluss, beenden wir die Anfrage und zahlen das Honorar in voller Höhe zurück.

Kosten und Erstattung in Österreich

Der Betrag, den Sie in der Apotheke zahlen, hängt davon ab, ob die Abgabe über die Sozialversicherung oder auf Privatrezept erfolgt. Bei Abgabe auf Kassenrezept fällt pro Packung die Rezeptgebühr an; ihre Höhe wird jährlich festgesetzt und vom Dachverband der Sozialversicherungsträger veröffentlicht. Vorzulegen ist die e-card.

Metformin-Präparate sind seit langem im Erstattungskodex geführt. Dieser unterscheidet mehrere Boxen, die darüber entscheiden, ob ein Präparat frei verschreibbar ist oder eine vorherige Bewilligung durch den chef- und kontrollärztlichen Dienst benötigt. Die jeweils gültige Einstufung ist über die Sozialversicherung abrufbar; sie ändert sich laufend, weshalb hier bewusst keine Beträge stehen. Ob Sie von der Rezeptgebühr befreit werden können, sagt Ihnen Ihr Versicherungsträger.

Auf Privatrezept zahlen Sie in der Apotheke den vollen Privatverkaufspreis; er unterscheidet sich je nach Hersteller und Packungsgröße, Auskunft gibt Ihnen die Apotheke. Eine Kostenerstattung durch den Versicherungsträger ist dann die Ausnahme und richtet sich nach dessen Regeln. Das Honorar für eine ärztliche Beurteilung ist davon getrennt und enthält kein Arzneimittel.

Wechselwirkungen: Alkohol, Kontrastmittel und andere Arzneimittel

Größere Mengen Alkohol sind unter Metformin zu vermeiden. Eine Alkoholvergiftung erhöht laut Fachinformation das Risiko einer Laktatazidose, besonders zusammen mit Fasten, Mangelernährung oder einer Lebererkrankung; außerdem beeinflusst Alkohol den Blutzucker. Das gilt für Rauschtrinken deutlich stärker als für ein gelegentliches Glas zum Essen.

Nennen Sie deshalb bei jeder Verordnung alle rezeptpflichtigen und rezeptfreien Präparate. Weitere Wechselwirkungen, die die Fachinformation nennt; die Aufzählung ist nicht vollständig:

  • Jodhaltige Kontrastmittel: Metformin wird vor oder bei der Untersuchung pausiert und frühestens 48 Stunden danach wieder begonnen, wenn die Nierenfunktion kontrolliert und stabil ist. Weisen Sie das untersuchende Institut vor dem Termin auf die Einnahme hin.
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel einschließlich COX-2-Hemmer, ACE-Hemmer, Sartane und harntreibende Mittel, besonders Schleifendiuretika, können die Nierenfunktion beeinträchtigen; zu Beginn einer solchen Kombination wird die Nierenfunktion engmaschig überwacht.
  • Kortisonpräparate, auch lokal angewendet, und Sympathomimetika können den Blutzucker erhöhen; dann sind häufigere Blutzuckermessungen sinnvoll.
  • Bestimmte Wirkstoffe verändern den Metformin-Spiegel: Cimetidin, Dolutegravir, Ranolazin, Trimethoprim, Vandetanib und Isavuconazol können ihn erhöhen, Verapamil kann die Wirkung verringern, Rifampicin kann sie verstärken.
  • Insulin, Sulfonylharnstoffe und Glinide erhöhen in Kombination das Risiko einer Unterzuckerung.

Gegenanzeigen

Metformin darf laut Fachinformation nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei jeder Form einer akuten Übersäuerung des Stoffwechsels wie Laktatazidose oder diabetischer Ketoazidose, bei diabetischem Präkoma, bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion mit einer GFR unter 30 ml/min sowie bei akuten Zuständen, welche die Nierenfunktion beeinträchtigen können, etwa schwerer Flüssigkeitsmangel, schwere Infektionen oder Schock.

Ausgeschlossen ist die Anwendung ferner bei Erkrankungen, die zu Sauerstoffmangel im Gewebe führen können, wie einer dekompensierten Herzinsuffizienz, einem frischen Herzinfarkt oder Schock, sowie bei Leberinsuffizienz, akuter Alkoholvergiftung und Alkoholabhängigkeit. Bei bekannten Erkrankungen der Mitochondrien wie dem MELAS-Syndrom wird Metformin nicht empfohlen. Bei stabiler chronischer Herzinsuffizienz kann es unter regelmäßiger Kontrolle von Herz- und Nierenfunktion gegeben werden.

Die für Ihr Präparat maßgebliche und vollständige Liste steht in dessen Fachinformation. Genau diese Punkte werden im medizinischen Fragebogen abgefragt; unvollständige Angaben führen nicht zu einer rascheren Bearbeitung, sondern zu Rückfragen oder zur Ablehnung.

Generikum und Originalpräparat

Metformin ist seit langem generisch verfügbar und wird in Österreich von mehreren Herstellern als Arzneispezialität in Verkehr gebracht; daneben gibt es Kombinationspräparate mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen. Der Wirkstoff ist in allen wirkstoffgleichen Präparaten derselbe, unterscheiden können sich Hilfsstoffe, Tablettengröße, Überzug und Packungsgröße.

Im österreichischen Register sind alle Metformin-Präparate Filmtabletten; Retardtabletten waren dort nicht eingetragen. Ein Wechsel der Stärke, etwa von zwei Tabletten zu 500 mg auf eine zu 1000 mg, oder der Umstieg auf ein Kombinationspräparat gehört ärztlich besprochen.

Die derzeit zugelassenen Präparate listet das Arzneispezialitätenregister des BASG. Wenn Sie in der Apotheke ein Präparat eines anderen Herstellers erhalten und unsicher sind, fragen Sie dort nach, insbesondere dann, wenn sich Aussehen oder Teilbarkeit der Tablette geändert haben.

Schwangerschaft und Stillzeit

Ein unkontrolliert erhöhter Blutzucker rund um die Empfängnis und in der Schwangerschaft erhöht laut Fachinformation das Risiko für Fehlbildungen, Fehlgeburt, Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Präeklampsie und Sterblichkeit rund um die Geburt. Metformin erreicht das Kind über die Plazenta; umfangreiche Daten aus mehr als 1000 Geburten deuten auf kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen hin. Wenn es klinisch notwendig ist, kann Metformin in der Schwangerschaft zusätzlich oder als Alternative zu Insulin in Betracht gezogen werden.

Metformin geht in die Muttermilch über. Unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern wurden bisher nicht beobachtet, weil die Daten aber begrenzt sind, wird Stillen während einer Metforminbehandlung nicht empfohlen; die Entscheidung wird nach Abwägung von Nutzen und Risiko getroffen. Wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen, informieren Sie darüber vor jeder Verordnung. Setzen Sie eine bestehende Behandlung nicht eigenmächtig ab, sondern lassen Sie sie überprüfen.

Ob eine Verordnung im Fragebogenverfahren in dieser Situation vertretbar ist, beurteilt der Arzt im Einzelfall. Ein Diabetes in der Schwangerschaft gehört in die persönliche und engmaschige Betreuung vor Ort.

Gebrauchsinformation und geprüftes Arzneimittelregister

Die verbindliche Gebrauchsinformation liegt jeder Packung bei und ist zusätzlich online verfügbar. In Österreich führen das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen und die AGES Medizinmarktaufsicht das Arzneispezialitätenregister mit den aktuellen Gebrauchs- und Fachinformationen aller zugelassenen Präparate. Maßgeblich ist stets der Text zu genau jener Packung, die Sie erhalten haben.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Angaben der Fachinformation zusammen, ersetzt keine individuelle Beratung und ist keine Aufforderung, ein bestimmtes Arzneimittel anzuwenden.

Redaktion und medizinische Prüfung: lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, für MEDINOW Sp. z o.o.

Ist Metformin in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Metformin ist rezeptpflichtig und wird in der Apotheke nur gegen eine gültige ärztliche Verordnung abgegeben; eine rezeptfreie Stärke gibt es nicht. Grund ist die nötige Kontrolle der Nierenfunktion vor und während der Behandlung. Rezeptpflichtige Arzneimittel dürfen laut § 59 Abs. 8 Arzneimittelgesetz nicht nach Österreich verschickt werden.

Wie schnell wirkt Metformin?

Der Blutzucker sinkt nicht schlagartig. Eine messbare Wirkung zeigt sich über Tage bis Wochen, und der Langzeitwert bildet die Veränderung erst nach mehreren Monaten ab. Deshalb wird die Dosis schrittweise angepasst und der Erfolg anhand von Kontrollwerten beurteilt, nicht anhand des Tagesbefindens.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Sehr häufig sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust, vor allem zu Beginn und nach Dosiserhöhungen; häufig sind eine Geschmacksveränderung und ein sinkender Vitamin-B12-Spiegel bei längerer Anwendung. Sehr selten, aber ernst ist die Laktatazidose: Bei tiefer oder beschleunigter Atmung, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfen und ausgeprägter Schwäche beenden Sie die Einnahme und suchen umgehend ärztliche Hilfe.

Wann lassen die Magen-Darm-Beschwerden unter Metformin nach?

Laut Fachinformation treten sie meist zu Therapiebeginn auf und klingen in den meisten Fällen von selbst wieder ab. Vorbeugend helfen die Einnahme während oder nach den Mahlzeiten, die Aufteilung auf zwei oder drei Einzeldosen pro Tag und eine langsame Steigerung der Dosis. Halten Beschwerden an oder kommt es zu starkem Durchfall oder Erbrechen mit Flüssigkeitsverlust, sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ordination.

Darf man unter Metformin Alkohol trinken?

Größere Mengen Alkohol sind zu vermeiden. Alkohol erhöht das Risiko einer Laktatazidose und kann, besonders in Verbindung mit ausgelassenen Mahlzeiten, zu Unterzuckerungen führen. Rauschtrinken ist deutlich riskanter als ein gelegentliches Glas zu einer Mahlzeit. Besprechen Sie Ihren Konsum offen bei der Verordnung.

Kann man mit Metformin abnehmen?

Metformin ist nicht zum Abnehmen zugelassen, sondern zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. In klinischen Studien war die Anwendung mit einem stabilen Körpergewicht oder einem moderaten Gewichtsverlust verbunden. Eine Verordnung nur zum Abnehmen läge außerhalb der Zulassung; für die Gewichtsregulierung gibt es eigens zugelassene Arzneimittel.

Wie bekomme ich ein Rezept für Metformin?

Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus, am einfachsten bei laufender Behandlung; der Arzt beurteilt Ihre Angaben, unter anderem zu den aktuellen Kontrollwerten, und entscheidet bei einem Behandlungsbeginn, ob dieser ohne Untersuchung vor Ort vertretbar ist. Eine Telekonsultation findet nicht statt, und ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Bei positiver Beurteilung erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail und legen es innerhalb eines Monats in einer Apotheke vor. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen bekommen Sie das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Lässt sich die Beurteilung dennoch nicht abschließen, erstatten wir das Honorar vollständig.