Saxenda: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen

Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid und ist ein GLP-1-Analogon zur Gewichtsregulierung bei Adipositas oder bei Übergewicht mit einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Es wird einmal täglich unter die Haut gespritzt, nach dem Dosisaufbau mit 3 mg pro Tag, und ist in Österreich rezeptpflichtig. Diese Seite erklärt Wirkprinzip, Dosisaufbau, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen, die Kostenfrage gegenüber der Sozialversicherung und den Ablauf einer ärztlichen Beurteilung online.

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Wofür wird Saxenda angewendet?

Saxenda ist zur Gewichtsregulierung zugelassen, und zwar ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr körperlicher Aktivität. Nach der von der Europäischen Arzneimittel-Agentur genehmigten Produktinformation kommt es bei Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index ab 30 kg/m² infrage sowie mit einem Body-Mass-Index von 27 bis unter 30 kg/m², wenn zusätzlich eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt, etwa ein gestörter Zuckerstoffwechsel, Bluthochdruck, eine Fettstoffwechselstörung oder eine obstruktive Schlafapnoe. Für Jugendliche ab 12 Jahren und für Kinder von 6 bis unter 12 Jahren gibt es eigene, enger gefasste Kriterien, unter anderem ein Mindestkörpergewicht.

Saxenda ist ausdrücklich kein Lifestyle-Produkt und ersetzt die Umstellung von Ernährung und Bewegung nicht, sondern ergänzt sie: In den Zulassungsstudien erhielten alle Teilnehmenden zusätzlich eine energiereduzierte Diät und eine Beratung zur körperlichen Aktivität, und nur für diese Kombination ist die Wirkung belegt. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, ist eine ärztliche Entscheidung anhand von Diagnose, Begleiterkrankungen, bisherigen Maßnahmen und der übrigen Medikation.

Wie wirkt Liraglutid?

Liraglutid ahmt ein körpereigenes Darmhormon nach, das nach dem Essen ausgeschüttet wird. Es wirkt am GLP-1-Rezeptor, verlangsamt die Magenentleerung und beeinflusst im Gehirn die Regulation von Hunger und Sättigung. In der Folge tritt das Sättigungsgefühl früher ein und hält länger an, die aufgenommene Energiemenge sinkt; den Energieverbrauch erhöht Liraglutid laut Fachinformation nicht. Zusätzlich verstärkt Liraglutid die Insulinfreisetzung abhängig vom Blutzucker, weshalb derselbe Wirkstoff in niedrigerer Dosierung und unter anderen Handelsnamen bei Typ-2-Diabetes eingesetzt wird.

In der größten Zulassungsstudie mit 3 731 Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht nahmen die Teilnehmenden in 56 Wochen unter Saxenda im Mittel 8,0 % ihres Körpergewichts ab, unter Placebo 2,6 %; mindestens 5 % erreichten 63,5 % der Behandelten gegenüber 26,6 % unter Placebo. Die Spannweite des Ansprechens ist groß, ein Teil der Behandelten spricht kaum an. Deshalb ist Saxenda laut Produktinformation abzusetzen, wenn nach zwölf Wochen auf der Erhaltungsdosis von 3 mg täglich nicht mindestens 5 % des Ausgangsgewichts abgenommen wurden: Von denjenigen, die bis dahin weniger als 5 % abgenommen hatten, erreichten laut Fachinformation 93,4 % nach einem Jahr keine Abnahme von 10 %.

Für Erwachsene nennt die Fachinformation keine Zahlen zum Gewichtsverlauf nach dem Absetzen; in der Studie mit Jugendlichen wurde 26 Wochen nach dem Absetzen in der Liraglutid-Gruppe gegenüber Placebo eine erneute Gewichtszunahme beobachtet. Das Gesundheitsportal hält für Medikamente zum Abnehmen allgemein fest, dass für einen Behandlungserfolg eine langfristige Anwendung notwendig ist, und für Semaglutid zeigte die Studie STEP 4, dass das Gewicht nach dem Umstieg auf Placebo wieder anstieg.

Welche Nebenwirkungen hat Saxenda?

Im Vordergrund stehen Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Insgesamt waren sie in den Studien mit 67,9 % der Behandelten die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen; Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung sind laut Fachinformation sehr häufig, Mundtrockenheit, Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Blähungen und Aufstoßen häufig. Die meisten Episoden waren leicht bis mittelschwer und vorübergehend, traten in den ersten Behandlungswochen auf und nahmen bei fortgesetzter Behandlung innerhalb weniger Tage oder Wochen ab. Ab 65 Jahren und bei leicht bis mittelschwer eingeschränkter Nierenfunktion können sie häufiger auftreten.

Sehr häufig sind außerdem Kopfschmerzen. Häufig sind Schwindel, Geschmacksstörungen, Schlaflosigkeit vor allem in den ersten drei Behandlungsmonaten, Müdigkeit und Schwäche sowie Reaktionen an der Einstichstelle. Weil Schwindel vor allem in den ersten drei Monaten auftreten kann, ist beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten, falls er auftritt. Die Herzfrequenz stieg in den Studien im Mittel um 2,5 Schläge pro Minute; nach dem Absetzen bildete sich das zurück.

Häufigkeitsangaben zu allen Nebenwirkungen stehen in der Fach- und Gebrauchsinformation. Welche Beschwerden einen raschen ärztlichen Kontakt verlangen, steht im nächsten Abschnitt.

Ist Saxenda gefährlich?

Saxenda ist ein zugelassenes Arzneimittel mit einem gut beschriebenen Risikoprofil; die meisten Nebenwirkungen sind lästig, aber nicht gefährlich. Ernst zu nehmen sind einige seltenere Ereignisse, deren Warnzeichen Sie kennen sollten, und das Risiko gefälschter Pens aus nicht legalen Quellen.

Ernste Risiken mit Liraglutid, die ärztlich abgeklärt gehören:

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (gelegentlich): starke, anhaltende Oberbauchschmerzen, oft in den Rücken ausstrahlend und mit Erbrechen. Bei Verdacht wird Saxenda abgesetzt; bestätigt sich die Entzündung, wird es nicht wieder aufgenommen.
  • Gallensteine (häufig) und Gallenblasenentzündung (gelegentlich): Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber oder Gelbfärbung der Haut. Beide können eine Behandlung im Spital und eine Entfernung der Gallenblase nötig machen.
  • Flüssigkeitsmangel: Starkes Erbrechen oder Durchfall kann die Nierenfunktion beeinträchtigen, selten bis zum akuten Nierenversagen. Trinken Sie ausreichend und melden Sie anhaltendes Erbrechen.
  • Herzrasen: Herzklopfen oder Herzrasen in Ruhe sprechen Sie an; bei einer anhaltenden, klinisch relevanten Erhöhung der Herzfrequenz wird Liraglutid abgesetzt.
  • Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes: vor allem in Kombination mit Insulin oder einem Sulfonylharnstoff, deren Dosis ärztlich angepasst werden muss.
  • Schwere allergische Reaktion (selten): Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Kreislaufbeschwerden sind ein Notfall, Rettung 144.

Dosierung: Dosisaufbau von Woche 1 bis 5

Saxenda wird einmal täglich unter die Haut gespritzt, in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm, unabhängig von den Mahlzeiten und möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Die Einstichstelle sollte immer gewechselt werden, um Ablagerungen unter der Haut an der Einstichstelle vorzubeugen. Laut Produktinformation beginnt die Behandlung mit 0,6 mg täglich und wird in Schritten von 0,6 mg im Abstand von mindestens einer Woche bis zur Erhaltungsdosis von 3,0 mg täglich gesteigert; höhere Tagesdosen werden nicht empfohlen. Wird die Steigerung auf die nächste Stufe in zwei aufeinanderfolgenden Wochen nicht vertragen, ist ein Abbruch der Behandlung in Betracht zu ziehen.

Die Produktinformation sieht außerdem vor, die Behandlung zu beenden, wenn nach zwölf Wochen auf 3,0 mg täglich nicht mindestens fünf Prozent des Ausgangsgewichts abgenommen wurden. Wird eine Dosis vergessen und sind seit dem gewohnten Zeitpunkt weniger als 12 Stunden vergangen, holen Sie sie so bald wie möglich nach; sonst lassen Sie sie aus und spritzen keine doppelte Dosis.

Der Pen wird vor dem ersten Gebrauch im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad Celsius gelagert und darf nicht einfrieren; nach Anbruch kann er einen Monat lang unter 30 Grad Celsius oder im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nadeln werden für jede Injektion gewechselt und in der dafür vorgesehenen Weise entsorgt; die Handhabung zeigt Ihnen die Apotheke.

WocheTagesdosisHinweis laut Produktinformation
Woche 10,6 mgAnfangsdosis
Woche 21,2 mgSteigerung um 0,6 mg
Woche 31,8 mgSteigerung um 0,6 mg
Woche 42,4 mgSteigerung um 0,6 mg
ab Woche 53,0 mgErhaltungsdosis, höhere Tagesdosen nicht empfohlen

Gibt es Saxenda als Tablette?

Nein. Saxenda gibt es ausschließlich als Injektionslösung im Fertigpen mit 6 mg Liraglutid pro Milliliter. Der Pen hat eine einstellbare Dosis für 0,6 mg, 1,2 mg, 1,8 mg, 2,4 mg und 3,0 mg. Auch die übrigen im Arzneispezialitätenregister eingetragenen Liraglutid-Präparate sind Fertigpens zum Spritzen; eine Liraglutid-Tablette gibt es im Register nicht.

Wer eine Behandlung in Tablettenform sucht: Zur Gewichtsregulierung ist Semaglutid als Wegovy-Tablette zugelassen, mit eigener Dosierung und strengen Einnahmeregeln. Ob ein Wechsel infrage kommt, ist eine ärztliche Entscheidung.

Ist Saxenda in Österreich rezeptpflichtig?

Ja. Saxenda ist in Österreich rezeptpflichtig und in der Apotheke ausschließlich gegen ärztliche Verordnung erhältlich. Das gilt auch für die anderen im Register eingetragenen Liraglutid-Präparate. Angebote im Internet, die den Pen ohne Verordnung oder per Versand nach Österreich in Aussicht stellen, sind kein legaler Weg: Der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich ist nach Paragraf 59 Absatz 8 des Arzneimittelgesetzes verboten, unabhängig vom Status des Präparats im Absendeland. Hinzu kommt ein Sicherheitsproblem, denn gefälschte Pens mit diesen Wirkstoffen sind in Europa mehrfach aufgetaucht.

Ob eine Apotheke das Rezept einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker im Einzelfall, und ob eine bestimmte Packung verfügbar ist, sagt Ihnen die Apotheke.

Generika mit Liraglutid

Im Arzneispezialitätenregister sind neben Saxenda inzwischen Liraglutid-Präparate mehrerer anderer Hersteller eingetragen. Ein Teil davon ist laut Fachinformation wie Saxenda zur Gewichtsregulierung zugelassen, ein anderer Teil zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Für die Gewichtsregulierung kommt nur ein Präparat mit dieser Zulassung infrage.

Eine Eintragung im Register sagt nichts darüber, ob ein Präparat gerade in Österreich lieferbar ist; das weiß die Apotheke. Ein Wechsel zwischen Präparaten gehört in ärztliche Hand, auch wenn der Wirkstoff gleich ist.

Kosten und Erstattung

Bei Adipositas ohne weitere Voraussetzungen übernimmt die Sozialversicherung die Kosten in aller Regel nicht: Maßgeblich ist der Erstattungskodex des Dachverbands, in dem Präparate zur Gewichtsregulierung nicht oder nur unter engen Bedingungen samt Bewilligung vorgesehen sind. Die meisten Anwenderinnen und Anwender zahlen das Arzneimittel deshalb selbst, und zwar auf einem Privatrezept den vollen Privatverkaufspreis; die Kosten hängen von erreichter Dosisstufe und Packungsgröße ab. Den genauen Preis nennt die Apotheke; wir handeln nicht mit Arzneimitteln und geben keine Medikamentenpreise an.

Eine nachträgliche Kostenerstattung können Sie beim Krankenversicherungsträger beantragen; sie ist die Ausnahme und richtet sich nach dessen Regeln, oft mit vorheriger Bewilligung. Ein von uns ausgestelltes Dokument ist ein Privatrezept, wird nicht auf der e-card gespeichert und löst keine Kassenverrechnung aus. Das Honorar für die ärztliche Beurteilung des Fragebogens betrifft nicht das Arzneimittel und deckt die Beurteilung, nicht die Ausstellung eines Dokuments.

Ernährung während der Behandlung

Einen festen Ernährungsplan schreibt die Fachinformation nicht vor. Saxenda ergänzt eine kalorienreduzierte Ernährung und mehr Bewegung, ersetzt sie aber nicht. Nach dem Gesundheitsportal ist keine Diätform einer anderen überlegen, ob Intervallfasten, eiweißreich, fettarm oder kohlenhydratarm: Entscheidend ist, dass weniger Energie aufgenommen wird, als der Körper verbraucht.

Zwei Punkte ergeben sich aus der Fachinformation selbst. Trinken Sie ausreichend, weil Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu Flüssigkeitsverlust führen können. Und rechnen Sie nicht mit einer möglichst raschen Abnahme, denn starker Gewichtsverlust geht mit einem höheren Risiko für Gallensteine einher. Das Gesundheitsportal nennt als Orientierung etwa ein halbes Kilogramm pro Woche und als Ziel 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts innerhalb von 6 bis 12 Monaten.

Eine Ernährungsberatung durch eine Ernährungsfachkraft hilft, das im Alltag umzusetzen. Im Mittelpunkt einer Ernährungstherapie stehen laut Gesundheitsportal:

  • alltagstaugliche Veränderungen der Ess- und Trinkgewohnheiten
  • eine ausgewogene Auswahl an Nahrungsmitteln
  • regelmäßige Mahlzeiten
  • ein bewusster Umgang mit Portionsgrößen

Wechselwirkungen und Alkohol

Für Liraglutid sind keine schwerwiegenden Wechselwirkungen mit Alkohol beschrieben, dennoch ist Zurückhaltung sinnvoll: Alkohol liefert Energie ohne Sättigung, verstärkt Übelkeit und Magenbeschwerden und erhöht in Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen das Risiko einer Unterzuckerung.

Bei den Arzneimitteln steht die verlangsamte Magenentleerung im Vordergrund: Sie kann die Aufnahme anderer, gleichzeitig eingenommener Präparate verändern. In den Interaktionsstudien zeigte sich keine klinisch relevante Verzögerung der Aufnahme, sodass keine Dosisanpassung nötig ist; bei Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ wie Warfarin empfiehlt die Fachinformation zu Beginn der Behandlung aber häufigere INR-Kontrollen. Wird Saxenda zusätzlich zu einer Diabetestherapie angewendet, wird die Dosis von Insulin oder Sulfonylharnstoff ärztlich angepasst, und Saxenda darf nicht mit einem anderen GLP-1-Präparat kombiniert werden.

Für orale Verhütungsmittel ist laut Fachinformation keine Beeinträchtigung der Wirkung zu erwarten. Ausgeprägter Durchfall kann die Aufnahme geschluckter Arzneimittel aber beeinträchtigen, auch die hormoneller Verhütungsmittel; die entsprechenden Hinweise stehen in deren Gebrauchsinformation. Nennen Sie deshalb bei der ärztlichen Beurteilung Ihre gesamte Medikation einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel. Verbindlich ist die Produktinformation von Saxenda.

Gegenanzeigen: wer Saxenda nicht anwenden darf

Eine Gegenanzeige im engeren Sinn nennt die Fachinformation nur eine: die Überempfindlichkeit gegen Liraglutid oder einen der sonstigen Bestandteile. In der Schwangerschaft darf Saxenda nicht angewendet werden, in der Stillzeit soll es nicht angewendet werden. Nicht geeignet ist es außerdem als Ersatz für Insulin; bei insulinabhängigen Menschen wurde nach raschem Absetzen oder rascher Dosisreduktion von Insulin über diabetische Ketoazidosen berichtet.

Nicht empfohlen wird die Anwendung ab 75 Jahren, bei schwerer Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion, bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Produkten zur Gewichtsregulierung und bei einer Adipositas als Folge einer hormonellen Erkrankung, einer Essstörung oder von Arzneimitteln, die das Gewicht erhöhen; für diese Gruppen sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen. Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen und diabetischer Magenlähmung wird die Anwendung nicht empfohlen, ebenso bei Herzinsuffizienz im Stadium NYHA IV.

Besondere ärztliche Abklärung verlangen eine frühere Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eine bekannte Gallenblasenerkrankung und eine bestehende Schilddrüsenerkrankung: Die europäische Produktinformation nennt hier Vorsicht, weil in Studien bei Typ-2-Diabetes unter Liraglutid Schilddrüsenerkrankungen wie ein Kropf vor allem bei vorbestehender Erkrankung berichtet wurden. Vor einem geplanten Eingriff in Vollnarkose oder in tiefer Sedierung und vor einer Magenspiegelung sagen Sie dem Behandlungsteam ausdrücklich, dass Sie ein GLP-1-Arzneimittel anwenden. Durch die verlangsamte Magenentleerung kann trotz eingehaltener Nüchternheit Nahrung im Magen zurückbleiben und beim Einleiten der Narkose in die Lunge gelangen.

Ebenfalls anzugeben sind alle weiteren Arzneimittel zur Blutzuckersenkung, weil deren Dosis angepasst werden muss. Verbindlich ist immer die aktuelle Produktinformation des Präparats, nicht eine Übersicht wie diese Seite; sie nennt Gegenanzeigen und Warnhinweise vollständig und in der jeweils gültigen Fassung.

Saxenda oder Wegovy: worin liegt der Unterschied?

Saxenda enthält Liraglutid und wird täglich gespritzt, Wegovy enthält Semaglutid und wird einmal wöchentlich gespritzt oder als Tablette täglich eingenommen; beide sind zur Gewichtsregulierung zugelassen. In der direkten Vergleichsstudie STEP 8 über 68 Wochen nahmen die Teilnehmenden unter Semaglutid 2,4 mg im Mittel 15,8 % ihres Körpergewichts ab, unter Liraglutid 3 mg 6,4 %; mindestens 10 % erreichten 69,4 % gegenüber 27,2 %. Die individuelle Spannweite ist jedoch erheblich.

Ozempic hat zwar denselben Wirkstoff wie Wegovy, ist in Österreich aber nur für Typ-2-Diabetes zugelassen, nicht zum Abnehmen. Diese Unterscheidung ist keine Formalie: Als das Präparat vielerorts außerhalb seiner Zulassung zum Abnehmen verwendet wurde, entstanden Lieferengpässe, unter denen Menschen mit Diabetes litten, die darauf angewiesen waren. Ein Ansuchen um Ozempic mit der Begründung Gewichtsabnahme ist deshalb kein gangbarer Weg, und wir stellen dafür keine Verordnung aus.

Ein Wechsel zwischen den Präparaten ist möglich, gehört aber ärztlich geplant, weil sich die Dosierungen nicht eins zu eins umrechnen lassen. Einen ausführlichen Vergleich der Wirkstoffe finden Sie auf der Seite Abnehmspritze in Österreich.

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft darf Saxenda nicht angewendet werden. Eine gewollte Gewichtsabnahme ist in der Schwangerschaft ohnehin kein Behandlungsziel, für Liraglutid liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor, und Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Wer schwanger werden möchte oder schwanger wird, muss die Behandlung laut Fachinformation abbrechen; besprechen Sie das rasch mit Ihrer behandelnden Ordination.

In der Stillzeit soll Saxenda ebenfalls nicht angewendet werden, weil nicht bekannt ist, ob Liraglutid in die Muttermilch übergeht, und weil die Erfahrung fehlt. Wer stillt und das Körpergewicht behandeln lassen möchte, bespricht mit der behandelnden Person zunächst nicht medikamentöse Wege; eine Arzneimitteltherapie kommt frühestens nach dem Abstillen in Betracht. Verbindlich sind die Angaben der Produktinformation, nicht diese Übersicht.

Wie läuft die ärztliche Beurteilung online ab?

Über unsere Leistung Adipositas-Behandlung beurteilen wir den Beginn einer Behandlung mit einem GLP-1-Präparat ebenso wie die Fortführung einer bereits ärztlich begonnenen und dokumentierten Behandlung; Grundlage ist ein medizinischer Fragebogen. Der Ablauf ist rein schriftlich: kein Videogespräch, kein Telefonat, kein Live-Chat, sondern ein ausführlicher Fragebogen zu Diagnose, Begleiterkrankungen und übriger Medikation, bei laufender Behandlung auch zu bisherigem Verlauf, erreichter Dosisstufe und Verträglichkeit. Beurteilt wird er von lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301. Für einen Behandlungsbeginn muss sich aus dem Fragebogen eine klare Indikation nach den Vorgaben der Zulassung ergeben; der Arzt kann aktuelle Werte zu Gewicht und Taillenumfang oder Laborwerte anfordern und in manchen Fällen eine Untersuchung in einer Ordination empfehlen. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht.

Fällt die Beurteilung positiv aus, erhalten Sie ein Privatrezept als PDF per E-Mail; einen PIN-Code gibt es nicht, und wir versenden keine Arzneimittel. Den Ausdruck legen Sie innerhalb eines Monats in einer Apotheke vor, weil ein Rezept seine Gültigkeit verliert, wenn die erste Abgabe nicht spätestens einen Monat nach dem Ausstellungsdatum erfolgt; ob die Apotheke es einlöst, entscheidet die Apothekerin oder der Apotheker im Einzelfall.

Das Honorar wird Ihnen vor der Bezahlung angezeigt und deckt die ärztliche Beurteilung, nicht die Ausstellung eines Dokuments. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen bekommen Sie das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Kommt die Prüfung trotzdem nicht zum Abschluss, beenden wir die Anfrage und zahlen das Honorar in voller Höhe zurück.

Gebrauchsinformation und Arzneispezialitätenregister

Verbindlich sind die Gebrauchsinformation in der Packung und die Fachinformation, nicht eine redaktionelle Übersicht wie diese Seite. Saxenda ist zentral in der Europäischen Union zugelassen, weshalb die vollständige Produktinformation samt Beurteilungsbericht bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur öffentlich abrufbar ist; die in Österreich gültige Fassung findet sich zusätzlich im Arzneispezialitätenregister des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen. Lesenswert sind besonders die Abschnitte zum Dosisaufbau, zur Handhabung des Pens und zu den Warnhinweisen bei Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasenbeschwerden. Vermutete Nebenwirkungen können Patientinnen und Patienten in Österreich selbst melden; solche Meldungen tragen dazu bei, seltene Risiken früher zu erkennen. Der Packung liegt außerdem eine bebilderte Anleitung zur Handhabung des Pens bei, die vor der ersten Anwendung Schritt für Schritt durchgegangen werden sollte. Fragen zur Handhabung, Lagerung und Entsorgung des Pens beantwortet die Apotheke, Fragen zu Fortführung, Dosisanpassung oder Beendigung der Behandlung die behandelnde Ordination.

Wer diese Seite verantwortet

Herausgeberin dieser Seite ist die MEDINOW Sp. z o.o. Medizinisch geprüft hat sie lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301. Eine von ihm ausgestellte Verordnung ist ein Privatrezept. Diese Seite dient der Information, ersetzt weder eine körperliche Untersuchung noch eine individuelle Beratung und ist keine Werbung für ein rezeptpflichtiges Arzneimittel; eine Apotheke wird bewusst nicht namentlich genannt.

Bei starken, anhaltenden Oberbauchschmerzen, hartnäckigem Erbrechen oder Zeichen einer schweren allergischen Reaktion wählen Sie in Österreich den Notruf 144 oder wenden Sie sich an die Notaufnahme des nächsten Spitals. Bei weniger dringenden Fragen hilft die Gesundheitsberatung unter 1450, außerhalb der Ordinationszeiten der Ärztefunkdienst unter 141.

Ist Saxenda in Österreich rezeptpflichtig?

Ja, Saxenda ist in Österreich rezeptpflichtig und wird in der Apotheke nur gegen ärztliche Verordnung abgegeben. Das gilt auch für die anderen Liraglutid-Präparate im Register. Angebote ohne Verordnung oder mit Versand nach Österreich sind kein legaler Weg, weil der Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel nach Österreich nach Paragraf 59 Absatz 8 Arzneimittelgesetz verboten ist; zudem sind in Europa gefälschte Pens mit diesen Wirkstoffen aufgetaucht. Eine Verordnung aus einem anderen EU-Land wird wie ein Privatrezept behandelt.

Wie schnell wirkt Saxenda?

Eine dämpfende Wirkung auf den Appetit bemerken viele Menschen bereits in den ersten Wochen, die Gewichtsentwicklung zeigt sich jedoch erst über Monate. Das liegt auch am einschleichenden Dosisaufbau, der laut Produktinformation in wöchentlichen Schritten bis zur Erhaltungsdosis führt. Die Produktinformation sieht ausdrücklich eine Überprüfung vor: Wurden nach zwölf Wochen auf der Erhaltungsdosis nicht mindestens fünf Prozent des Ausgangsgewichts abgenommen, wird die Behandlung beendet. Ohne veränderte Ernährung und mehr Bewegung fällt das Ergebnis deutlich kleiner aus.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Sehr häufig sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Kopfschmerzen, vor allem zu Beginn und nach jeder Dosissteigerung; häufig sind unter anderem Schwindel, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Reaktionen an der Einstichstelle. Die genauen Häufigkeitsangaben stehen in der Gebrauchsinformation. Ärztlich abzuklären sind starke, in den Rücken ausstrahlende Oberbauchschmerzen als möglicher Hinweis auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, Beschwerden im rechten Oberbauch als Hinweis auf Gallensteine sowie Unterzuckerungen bei gleichzeitiger Anwendung von Insulin oder Sulfonylharnstoffen.

Darf man während der Behandlung Alkohol trinken?

Eine schwerwiegende Wechselwirkung zwischen Liraglutid und Alkohol ist nicht beschrieben, sinnvoll ist Zurückhaltung trotzdem. Alkohol liefert Energie ohne Sättigung und arbeitet damit gegen das Behandlungsziel, er verstärkt Übelkeit und Magenbeschwerden, die unter Saxenda ohnehin häufig sind, und er erhöht bei gleichzeitiger Anwendung von Insulin oder Sulfonylharnstoffen das Risiko einer Unterzuckerung. Wer eine Lebererkrankung hat oder regelmäßig Alkohol trinkt, sollte das bei der ärztlichen Beurteilung angeben.

Gibt es Saxenda als Tablette?

Nein. Saxenda gibt es nur als Fertigpen zum Spritzen, einmal täglich, und auch die anderen Liraglutid-Präparate im Register sind Fertigpens. Als Tablette zur Gewichtsregulierung ist Semaglutid in Form der Wegovy-Tablette zugelassen; sie hat eine eigene Dosierung und strenge Einnahmeregeln.

Ist Saxenda gefährlich?

Saxenda ist ein zugelassenes Arzneimittel mit gut beschriebenen Risiken. Die meisten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt und klingen ab. Seltener, aber ernst sind eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Gallensteine und Gallenblasenentzündung, Flüssigkeitsmangel mit Belastung der Nieren und anhaltendes Herzrasen; bei Typ-2-Diabetes kommt das Risiko einer Unterzuckerung hinzu. Gefährlich sind außerdem gefälschte Pens aus nicht legalen Quellen.

Wie bekomme ich ein Rezept für Saxenda?

Über unsere Leistung Adipositas-Behandlung, also einen medizinischen Fragebogen. Sie schildern Diagnose, Begleiterkrankungen und Ihre übrige Medikation, bei laufender Behandlung auch bisherigen Verlauf, erreichte Dosisstufe und Verträglichkeit; lek. Damian Wojno, Approbation Nr. 3211301, prüft Ihre Angaben schriftlich; ein Video- oder Telefongespräch gibt es nicht. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht. Bei positiver Beurteilung erhalten Sie ein Privatrezept per E-Mail und legen es innerhalb eines Monats in einer Apotheke vor. Bei einer Ablehnung aus medizinischen oder rechtlichen Gründen bekommen Sie das Honorar zurück. Fordert der Arzt Unterlagen an, bleiben Ihnen dafür mindestens 7 Tage; wir erinnern Sie daran und verlängern die Frist, wenn Sie das möchten. Lässt sich die Beurteilung dennoch nicht abschließen, erstatten wir das Honorar vollständig.